Evangelisch-Freikirchliche
  Gemeinde Falkensee
  (Baptisten)



    Im Bund Evangelisch-Freikirchlicher
    Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.


 

   

Ende September fuhren zehn Männer aus Deutschland für eine Woche nach Bencecu de Jos (kurz: Bencec) in Rumänien. Es waren Fachkräfte, Angestellte und Unternehmer. Jeder der Teilnehmer nahm sich Urlaub und zum großen Teil wurde der Einsatz privat finanziert. Fünf Personen kamen aus unserer Gemeinde. Der Auftrag lautete: Das Dach zu decken.

Nun, warum fahren zehn Männer aus Deutschland bis nach Rumänien um ein Dach zu decken, nehmen dafür Urlaub und zahlen Fahrt und Unterkunft zum großen Teil auch noch privat, wird sich manch einer fragen.

Als wir ankamen erwartete uns ein Rohbau, zum großen Teil im rumänischen Stil. Das Dach war bereits beplankt, also mit Holzbrettern versehen. Die Arbeitskräfte (Laien) vor Ort hatten in den vergangenen Monaten gute Arbeit geleistet. Es fehlte ihnen jedoch das Fachwissen, ein Haus langfristig solide und sicher zu bauen. Hierzu brauchen sie Unterstützung von gut ausgebildeten Handwerkern.

             

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Zum Hintergrund: Durch missionarische Aktivitäten unter den Armen in Bencec sind Menschen zum Glauben an Jesus Christus gekommen. In Bezug darauf gründete der Pastor Gusti und seine Frau Flori 2010 eine Initiative und starteten ein Sozialprojekt für die Ärmsten der Armen. Gusti & Flori und das Gemeindegründungsprojekt in Giarmata unterstützen wir als Gemeinde schon seit einiger Zeit und sie sind uns durch Berichte und Besuche vertraut. Mit Hilfe von Spenden konnte in diesem abgelegenen Ort Bencec ein Grundstück mit einem Haus erworben werden. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Haus, welches ursprünglich nur saniert werden sollte, stark einsturzgefährdet ist. Nach Begutachtung und Beratung durch Fachkräfte aus unserer Gemeinde entschloss man sich zu einem Neubau auf demselben Grundstück. Um die Arbeit unter den Armen in dem Dorf fortzuführen wurde nur ein Teil des Gebäudes abgerissen. In dem neuen Haus wird später ein Heimelternpaar wohnen und somit ein “offenes Haus“ (24/7) werden. Neben Gottesdiensten und Kinderstunden wird schon jetzt Aufklärungs‐ und Hygieneunterricht sowie Sozialkundeunterricht angeboten.

Wie sich schnell herausstellte, musste vor dem Dachdecken zunächst einmal der Dachstuhl befestigt und weitere Balken eingezogen werden. Und das war dann eigentlich die Hauptaufgabe in dieser Woche. Jeden Tag zehn Stunden auf der Baustelle, unzureichendes Werkzeug, nur ein (mobiles) Gerüst, keine rumänische Verständigung möglich und viel, viel Regen – und am Ende hat sich der ganze Einsatz trotz allem gelohnt! Sprachliche Hürden wurden auf beiden Seiten mit viel Humor bewältigt und die Rumänen haben uns mit ihrer Gastfreundlichkeit und ihren Kochkünsten bezaubert. Wir alle haben viel Segen in dieser Woche erfahren! Wir haben die Gnade Gottes erlebt, auf der Baustelle (die Sicherheit der Baustelle entspricht nicht annährend dem der deutschen Baukultur) und den langen Autofahrten! Wir sind sehr dankbar, dass wir dort in Bencec konkret helfen konnten, praktisch und unkompliziert. Und wir haben Menschen kennengelernt, wo wir spürten, dass Jesus in ihrem Herzen wohnt und sie ein weites Herz für die Ärmsten der Armen haben. Die nicht zu stolz sind, raus zu fahren auf die Müllberge um auch Sinti und Roma mit dem Wort Gottes zu erreichen.

Abschließend haben wir dann tatsächlich noch das Dach gedeckt, zumindest den größten Teil. Die erst drei Jahre alten Dachpfannen kamen (kostenfrei) von einem Abrisshaus aus Deutschland und wurden vor einigen Wochen, ebenfalls durch Spenden finanziert, nach Rumänien transportiert. Wir durften erleben, wie in einem abgelegenen Dorf in Rumänien unter Sinti und Roma Gott Gemeinde baut. Das hat uns echt beeindruckt. Wir haben vieles gesehen, welches wir nicht berichten können, vieles, was unsere Herzen bewegt. Wir haben Dinge gesehen, die für uns Deutsche einfach nicht vorstellbar sind. Gott liebt diese Menschen – sie sind genauso viel wert wie du und ich. Deutschland ist eines der reichsten Länder dieser Erde. Es geht uns sehr gut! Wir leben in einer Wohlstandsgesellschaft und manche könnten den Eindruck gewinnen, wir sind “betriebsblind“ geworden für Menschen in Not, Menschen, die unsere Hilfe brauchen. Hilfe in Form von Gebet, Spenden und manchmal auch praktischer Unterstützung. Es wird nicht der letzte missionarische (Bau)Einsatz in Rumänien gewesen sein. Wir werden wieder hinfahren. Die Menschen brauchen unsere Unterstützung. Und Gott zögert nicht, uns für unseren Einsatz zu segnen.

Und, was kannst du für Rumänien tun?